Jede Spende hilft!
KiO hilft jedes Jahr mehr als 500 Familien mit organkranken und transplantierten Kindern.
Mach's gut, Franzi
Wir sollten „etwas Schönes“ über sie schreiben, das war ein letzter Wunsch von Franzi an uns. Es ist kaum etwas leichter, als ihr Wirken für unseren Hilfeverein zu würdigen.
Franziska Liebhardt konnte scheinbar Berge versetzen. Zwei Spenderlungen und die Nierenspende des Vaters ließen sie nach schwerer Zeit jeweils mit neuer Kraft ins Leben zurückkehren. Die frühere Volleyballerin packte sich nach der ersten Lungentransplantation im Jahr 2009 Muskeln auf den Körper und holte, trainiert mit einem guten Plan von Steffi Nerius, 2016 in Rio tatsächlich paralympisches Gold im Kugelstoßen. Sie stieg in den Alpen wie selbstverständlich auf 2.000 Meter hoch und düste mit ihrem Bike gerne durch die Würzburger Weinberge. Und für die altruistischen Geschenke, die ihr Leben retteten, gab sie in kurzer Zeit viel, sehr viel zurück an andere organkranke junge Menschen.
Unmittelbar nach ihrem Sieg bei den Paralympischen Spielen gewann Hans Wilhelm Gäb sie für ein Vorstandsamt in dem von ihm gegründeten Verein Kinderhilfe Organtransplantation – Sportler für Organspende e.V. (KiO), den mehr als 100 Olympiasieger, Weltmeister und Europameister unterstützen.
Franziska Liebhardt personifizierte den doppelten Nucleus dieser großen sozialen Bewegung wie zuvor nur Tischtennis-Nationalspieler Gäb und ihr früherer KiO-Vorstandskollege Hartwig Gauder, der herztransplantierte Olympiasieger im Gehen. Sie war Gäb sehr dankbar für das Vertrauen und zahlte es zurück: Vier Jahre nach der zweiten Lungentransplantation im Jahr 2020 übernahm sie den Vereinsvorsitz und gab KiO innerhalb von zwei Jahren viele neue Impulse: für noch mehr finanzielle Hilfen für bedürftige Familien mit einem organkranken Kind; für zusätzliche psychosoziale Angebote für betroffene Familien und für mehr Einnahmen durch gezieltes Fundraising als Grundlage für alles. Mit Franziska Liebhardt als Vorstandsvorsitzender schöpfte die Kinderhilfe ihr Potenzial voll aus.
Für KiO war Franziska Liebhardt die Frau, die alles kann: Ob Businesstalk mit dem CEO oder tröstende Worte für eine verzweifelte Mutter. Ob Strategieentwicklung oder der Aufbau eines Roll-ups. Ob die Rede im schicken Kleid vor großem Publikum oder stille Kärrnerarbeit in einem kleinen Verein, in dem alle anpacken. Sie war Vorbild und fleißige Arbeiterin zugleich, die perfekte Teamspielerin, und sie brachte die nötige Empathie und Demut für die Arbeit in einem aufwühlenden Themenfeld mit. Franziska Liebhardt agierte verständnisvoll und ging immer mit bestem Beispiel voran. Sie hatte ein Gespür für das, was wirklich wichtig ist, und wie man gemeinsam gut und effektiv zu einem Ziel kommt.
In kurzer Zeit wurde Franziska Liebhardt so zum Aushängeschild und zur Sympathieträgerin des Vereins. Gab es jemanden, der Franzi nicht mochte?
Franziska Liebhardt hat entscheidend mit aufgebaut, was unseren Verein heute ausmacht: den Ausbau des KiO-Hilfsfonds für bedürftige Familien mit einem organkranken Kind; neue erlebnispädagogische Angebote für Geschwisterkinder oder für die Väter; das Projekt KiO Translate, das Sprachbarrieren in Kinderkliniken überwinden hilft; die KiO Young Champions, junge Spitzensportlerinnen und -sportler, die die KiO-Idee mit ihren besonderen Möglichkeiten unterstützen; das Juniorteam KiO Youth, in dem junge Menschen Partizipation erleben und sich entwickeln können, um vielleicht irgendwann engagierten Menschen wie ihr selbst zu folgen. Ganz besonders lagen Franziska Liebhardt die kleinen transplantierten Sportlerinnen und Sportler am Herzen, die im KiO-Kinder- und Jugendteam bei den World Transplant Games antraten.
Der Sport, sagte Franziska Liebhardt, könne einem vieles lehren, was man auch im Kampf gegen eine schwere Erkrankung brauche. „Wer als Sportler sozialisiert wurde, weiß, dass es ohne eiserne Disziplin, Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, auch mal Rückschläge einzustecken, keinen Erfolg geben kann.“
Die eigene Geschichte motivierte sie, anderen zu helfen. Sie empfand „große Demut und einen tiefen Dank“ gegenüber denen, die mit einer Organspende ihr Weiterleben einst ermöglicht hatten. Zusammen mit den Freundinnen vom Verein Junge Helden e. V. schuf sie den „Lebenskreis“: Als Dank für die Organspende zeichnen wir posthum Organspenderinnen und Organspender aus und übergeben den Lebenskreis stellvertretend ihren Angehörigen.
Der letzte Berg gab Franziska Liebhardt keine Chance, ihn zu bezwingen – zu heimtückisch, zu aggressiv war die Herausforderung. Sie erlebte noch, wie ihr großes bürgerschaftliches Engagement gewürdigt wurde: Im Sommer 2026 erhielt sie von Bayerns Gesundheitsministerium und der Deutschen Stiftung Organtransplantation den Bayerischen Ehrenpreis zur Förderung der Organspende. Sie sagte danach, diese Auszeichnung gebühre allen im KiO-Team, nicht ihr alleine.
Auch im Abschied blieb Franziska Liebhardt tapfer und bescheiden. KiO solle weiterhin so vielfältig in der Hilfe und so aktiv bleiben wie unter ihrer Regie, das war ihr letzter Wunsch an uns.
Es ist also leicht, Franzis bleibendes Lebenswerk in Worten zu würdigen. Es wird nicht leicht, weiterzuführen, was sie geschaffen hat. Wir werden uns alle Mühe geben. Doch schon der letzte Satz dieses Texts über sie fällt sehr schwer: Franziska Liebhardt ist heute Nacht im Alter von 44 Jahren in Würzburg verstorben, und es schmerzt unbeschreiblich, von ihr Abschied zu nehmen.
Jede Spende hilft!
Dank der dauerhaften Unterstützung vieler Menschen können wir zuverlässig bedürftige Familien mit organkranken Kindern unterstützen und spezielle Programme durchführen, die nach langer Krankheit den Weg zurück ins normale Leben ebnen. Jeder Euro hilft.
KiO-Vorstand, Mutter eines transplantierten Kindes
Was ihre Spende ermöglicht
Beispiele unserer Hilfsarbeit
Unsere Hilfsarbeit
Die KiO Young Champions helfen mit!
Unser Helmut-Werner-Preisträger 2026
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Gemeinsam Leben retten
Wir sind eine Initiative des Sports, gegründet von mehr als 100 Olympiasiegern, Welt- und Europameistern.